In Chemnitz und ganz Sachsen beginnt die Vorweihnachtszeit traditionell mit dem Stollenbacken. Ich erzähle, wie bei uns ein sächsischer Stollen mit eingelegten Rum-Rosinen entsteht, warum der Duft den November vertreibt und wie der Stollen bis Weihnachten in Ruhe reifen darf.
Stollenzeit in Sachsen
Wenn der Ofen läuft, rückt der graue November ganz weit nach hinten
Ein bisschen Weihnachtsvorfreude, sächsischer Stollen und eine ordentliche Portion Rum-Rosinen. Der November kann manchmal richtig gut duften. Es gibt diese Tage im November, an denen draußen alles grau ist und man sich am liebsten direkt in eine kuschelige Decke einwickeln möchte. Und dann gibt es Tage, an denen ein ganz bestimmter Duft durch die eigenen vier Wände zieht und plötzlich alles ein bisschen gemütlicher wird.
Bei uns duftet es nach Weihnachten.
Genauer gesagt nach frisch gebackenem Christstollen, Butter, Gewürzen und einer geheimen Zutat, die es durchaus in sich hat: einen ganzen Tag in Rum eingelegte Rosinen. Leckerli!
Mein persönlicher Bäcker, seines Zeichens mein Partner, hat sich wieder ans Werk gemacht und nach traditionellem sächsischem Rezept die ersten Stollen der Saison gezaubert. Ich selbst halte mich dabei lieber im Hintergrund und überlasse das Backen ganz ihm. Mit fremdem Zucker möchte ich mich schließlich nicht schmücken.
Ganz neu ist unser Stollen-Projekt übrigens nicht. In den vergangenen Jahren waren die Ergebnisse geschmacklich schon ziemlich vielversprechend, allerdings leider auch etwas trocken. Unsere Vermutung: Die Lagerung war nicht ganz optimal. Dieses Jahr geben wir dem Ganzen also eine neue Chance und sind schon jetzt gespannt, wie sich unsere kleinen Weihnachtsboten entwickeln.
Jetzt heißt es erst einmal warten.
Die Stollen dürfen in Ruhe durchziehen und wir versuchen, die Finger davon zu lassen. Schließlich sind es noch ein paar Wochen bis Weihnachten. Nicht, dass uns Anfang Dezember schon die Weihnachtslust verlässt!
Aber mal ehrlich: Ist es nicht verrückt, dass man jedes Jahr aufs Neue das Gefühl hat, gerade erst den Sommer verabschiedet zu haben, und plötzlich steht schon wieder Weihnachten vor der Tür? Dazwischen liegen jede Menge Ideen, Projekte, eingehaltene Deadlines und schöne Rückmeldungen von Auftraggebern. Und schwupps, ist das Jahr schon wieder fast vorbei.
Für den Moment genießen wir einfach den Duft, die Vorfreude und ein kleines bisschen Auszeit vom grauen November.
Und wie sieht es bei Ihnen aus? Sind Sie schon im Weihnachtsmodus oder gehören Sie eher zur Fraktion „Bitte erst einmal den November zu Ende bringen“?
PS.: Ein besonderer Dank für den diesjährigen Anstupser geht an meinen Freund Alex. Er hat den neuen Backversuch noch einmal entflammt.
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Warum darf ein guter Stollen ruhen und ein guter Entwurf auch?
Ein Stollen wird erst durch die Ruhezeit richtig gut, weil die Aromen Zeit zum Durchziehen brauchen. Bei Gestaltungsentwürfen ist es ähnlich: Wer ein paar Tage Abstand nimmt, sieht beim nächsten Blick sofort, was noch fehlt und was schon stimmt.
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Was kann ich als Kreative vom Stollenbacken lernen?
Vor allem Geduld und Vertrauen in den Prozess. Gute Zutaten, ein bewährtes Rezept und etwas Zeit zahlen sich aus, im Backofen genauso wie am Bildschirm.
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Woran erkenne ich, dass ein Gestaltungsprozess Zeit braucht?
Ein Hinweis: Wenn Sie beim Stollen nicht einfach früher anschneiden können, ohne Abstriche beim Ergebnis zu machen, gilt das oft auch für Logo, Flyer und Co. Konzept, Feinschliff und Abstimmung brauchen Vorlauf, damit am Ende alles rund wird.
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