Pilze sammeln im Wald bei Chemnitz ist für mich mehr als ein Spaziergang. Zwischen Bäumen, Moos und Pilzen komme ich zur Ruhe, schalte den Alltag aus und aktiviere mein Pilzauge. Drei Stunden Natur, Bewegung und ganz viel Jetzt.
Heute ganz spontan: ab in den Wald
Pilze suchen, Sinne schärfen und einfach mal ganz im Moment sein
Heute war ich relativ spontan im Wald und habe Pilze gesammelt. Und ich liebe es ja, Pilze zu sammeln. Warum? Weil man dabei irgendwie komplett im Hier und Jetzt landet. Kein Handy. Keine To-do-Liste. Keine Gedanken daran, was später noch alles erledigt werden muss. Stattdessen: Wald, Boden, Bäume, Moos und die Suche nach dem nächsten Pilz. Und irgendwann fährt man sein eigenes System für die Pilze komplett herunter.
Das Pilzauge ist plötzlich hellwach
Vielleicht kennen Sie das? Am Anfang läuft man noch ganz normal durch den Wald und denkt: „Na, mal schauen, ob ich heute überhaupt etwas finde.“ Und dann passiert es. Der erste Pilz wird entdeckt. Plötzlich schaut man ganz anders. Der Blick wandert automatisch über den Waldboden. Unter Büsche. Neben Baumstämme. Ins Moos. Zwischen Blätter. Man beginnt zu scannen. Wo ein Pilz ist, müssen weitere stehen. Und genau das finde ich so schön am Pilzesammeln. Der Kopf hat plötzlich nur noch eine Aufgabe: Wo ist der nächste Pilz? Und sobald einer entdeckt wird, stellt sich dieses kleine Glücksgefühl ein. Ein kleiner Erfolgsmoment. Dann der nächste. Und noch einer. Einfach herrlich.
„Ein kleiner Erfolgsmoment. Dann der nächste. Und noch einer. Einfach herrlich.“
Pilzesammeln ist meine kleine Waldmeditation
Den Begriff Waldbaden kennen Sie vielleicht schon. Dabei geht es gar nicht darum, eine bestimmte Strecke zu schaffen oder möglichst schnell irgendwo anzukommen. Es gibt kein Ziel, keinen Leistungsdruck und keine feste Distanz. Man schlendert. Sehr langsam. Und genau das passiert beim Pilzesammeln eigentlich ganz automatisch. Die Sinne werden wach. Man riecht die Pflanzen und den Waldboden. Man hört Vögel und das Rauschen der Bäume. Man fühlt die Rinde eines Baumes. Man sieht das Grün, das Moos, die Blätter und irgendwann natürlich den Pilz. Und der Blick? Der richtet sich ziemlich konsequent nach unten. Scanmodus an. Pilzauge aktiviert.
Der Alltag bleibt einfach mal draußen
Was ich daran besonders mag: Nach und nach werden die Gedanken leiser. Der Alltag ist für ein paar Stunden einfach nicht so wichtig. Statt Deadlines, Projekten und offenen Aufgaben gibt es nur diesen einen Moment. Hier. Jetzt. Wald. Pilze.
Natürlich ersetzt ein Waldspaziergang keine medizinische Behandlung. Aber Bewegung an der frischen Luft und Zeit in der Natur können wunderbar dabei helfen, zur Ruhe zu kommen und Abstand vom Alltag zu gewinnen. Und genau dieses Gefühl merke ich bei mir ziemlich schnell. Ich werde ruhiger. Ich atme bewusster. Ich nehme meine Umgebung viel intensiver wahr.
Drei Stunden später: Korb voll, Kopf frei
Nach ungefähr drei Stunden war mein Korb nicht nur mit Steinpilzen gefüllt. Ich hatte auch ordentlich positive Energie gesammelt. Und das Schöne ist: Man kommt zurück und fühlt sich irgendwie wieder sortiert. Der Kopf ist freier. Die Sinne sind wach. Und plötzlich ist da wieder Lust auf neue Ideen. Auf neue Projekte. Aufs Gestalten. Und ja, sogar auf diesen Blogartikel hier. Vielleicht ist genau das meine ganz persönliche Form der Pilz-Wald-Meditation. Nicht still auf einem Kissen sitzen, sondern langsam durch den Wald laufen, den Blick über den Boden schweifen lassen und sich völlig auf das konzentrieren, was gerade vor einem liegt. Oder besser gesagt: Was gerade vor einem wächst.
Pilze sammeln im Wald ist für mich die perfekte Kombination aus Natur, Bewegung und Abschalten. Nach drei Stunden mit einem Korb Steinpilzen und etwas Abstand zum Alltag tanke ich genau die richtige Energie für neue kreative Projekte.
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Warum ist ein freier Kopf für kreative Arbeit so wichtig?
Beim Gestalten entstehen die besten Ideen nicht immer dann, wenn man krampfhaft nach ihnen sucht. Manchmal braucht der Kopf einfach eine Pause. Ein Spaziergang im Wald hilft mir dabei, Abstand zu gewinnen, Gedanken zu sortieren und anschließend wieder mit neuer Energie und frischen Ideen an meine Projekte zu gehen.
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Was hat Pilzesammeln mit Grafikdesign zu tun?
Mehr, als man vielleicht denkt. Beim Pilzesammeln konzentriere ich mich komplett auf das, was gerade vor mir liegt. Genau dieses bewusste Beobachten finde ich auch beim Gestalten wichtig. Formen, Farben, Details und kleine Besonderheiten wahrzunehmen, gehört für mich einfach dazu. Das Pilzauge trainiert also irgendwie auch das Designerauge.
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Entstehen neue Projektideen tatsächlich im Wald?
Bei mir definitiv. Wenn der Kopf nicht mehr mit hundert offenen Gedanken beschäftigt ist, entsteht plötzlich wieder Platz für Neues. Nach ein paar Stunden im Wald komme ich oft mit dem Gefühl zurück: Jetzt habe ich wieder richtig Lust, etwas zu gestalten. Neue Ideen, neue Projekte oder einfach wieder Freude an dem, was auf meinem Schreibtisch wartet. Und genau deshalb gehört meine kleine Waldzeit für mich inzwischen irgendwie auch zu meiner kreativen Arbeit.
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