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Piktogramme, Teil 1

Ein kleines Zeichen und jeder weiß, was gemeint ist. Na ja, zumindest meistens. Als Grafikerin finde ich spannend, wie Bilder Informationen vermitteln können. Mein persönlicher Einstieg in die Welt der Piktogramme begann übrigens während meines Studiums mit einem Vortrag über Otl Aicher.

Wenn Bilder sprechen.

Von uralten Bildzeichen bis zu Otl Aichers legendärem Design für die Olympischen Spiele 1972.

Was sind eigentlich Piktogramme? Ein WC-Schild, ein Fahrrad auf einem Wegweiser oder das Zeichen für einen Notausgang. Piktogramme begegnen uns jeden Tag. Oft nehmen wir sie kaum bewusst wahr. Wir sehen sie, verstehen ihre Botschaft und gehen weiter.

Genau das ist ihre Aufgabe: Piktogramme sind stark vereinfachte Bildzeichen, die Informationen, Gegenstände oder Handlungen möglichst schnell verständlich machen sollen. Idealerweise funktionieren sie auch dann, wenn wir die Sprache auf dem Schild nicht sprechen.

Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen pictus für „gemalt“ und dem griechischen gramma für „Geschriebenes“ oder „Schriftzeichen“ zusammen. Sinngemäß sind Piktogramme also gemalte Zeichen, die etwas mitteilen.

Eine Idee, die schon sehr alt ist

Menschen erzählen mit Bildern schon seit Jahrtausenden Geschichten und geben Informationen weiter. Die Höhlenmalereien unserer Vorfahren sind beeindruckende Zeugnisse dieser frühen visuellen Kommunikation. Natürlich waren diese Malereien nicht automatisch Piktogramme im heutigen Sinne. Aber die Grundidee ist ähnlich: Ein Bild kann etwas ausdrücken, ohne dass dafür viele Worte nötig sind. Heute begegnen uns solche Bildzeichen in ganz unterschiedlichen Bereichen. Sie helfen bei der Orientierung, warnen vor Gefahren oder machen Abläufe verständlicher.

Otl Aicher und mein Aha-Moment im Studium

Während meines Studiums durfte ich einen Vortrag über Otl Aicher halten. Bis dahin kannte ich diesen Herrn ehrlich gesagt nicht. Das sollte sich danach gründlich ändern. Otl Aicher war ein bedeutender deutscher Gestalter. Gemeinsam mit seinem Team entwickelte er das visuelle Erscheinungsbild der Olympischen Spiele 1972 in München. Dazu gehörte auch eine prägnante Reihe von Sportpiktogrammen.

Die Zeichen waren auf das Wesentliche reduziert und folgten einer einheitlichen Gestaltung. Die verschiedenen Sportarten sollten schnell erkennbar sein, auch für Menschen aus unterschiedlichen Ländern. Und genau das macht diese Arbeit für mich so spannend: Mit wenigen Formen möglichst viel verständlich machen. Keine unnötigen Details, kein langer Erklärungstext. Stattdessen eine klare Bildsprache, die zusammengehört.

Die Piktogramme von München 1972 gelten als wichtiger Meilenstein im modernen Grafikdesign. Ihre Gestaltungsprinzipien beeinflussten die Entwicklung visueller Leitsysteme, wie wir sie heute beispielsweise an Bahnhöfen, Flughäfen und in öffentlichen Gebäuden kennen. Seit meinem Vortrag schaue ich auf solche Zeichen jedenfalls mit etwas anderen Augen.

Warum Bilder manchmal schneller sind als Worte

Stellen Sie sich vor, Sie suchen in einem fremden Gebäude den Ausgang. Sie kennen die Sprache nicht und möchten einfach nur wissen, wo Sie hinmüssen. Ein vertrautes Notausgangszeichen kann Ihnen in diesem Moment mehr helfen als ein erklärender Satz.

Piktogramme können Informationen schnell erfassbar machen und Sprachbarrieren verringern. Allerdings funktioniert das nicht bei jedem Zeichen automatisch. Ein Bild ist nur dann hilfreich, wenn die Menschen seine Bedeutung verstehen.

Auch in der Werbung spielt visuelle Kommunikation eine wichtige Rolle. Ein Bildmotiv kann Aufmerksamkeit wecken und eine Botschaft unterstützen. Manchmal ist aber auch eine reine Typografie-Lösung genau richtig. Es kommt eben darauf an, was vermittelt werden soll und wen man erreichen möchte.

    Mein Fazit: Weniger Worte, mehr Wirkung?

    Piktogramme zeigen, wie viel in einer einfachen Form stecken kann. Sie helfen uns, uns zurechtzufinden, Informationen zu erfassen und Situationen schneller einzuschätzen.

    Für mich als Grafikerin ist das ein schönes Beispiel dafür, dass gute Gestaltung nicht kompliziert sein muss. Sie sollte vor allem durchdacht sein und ihren Zweck erfüllen.

    Jetzt bin ich neugierig: Achten Sie im Alltag bewusst auf Piktogramme? Oder fallen Ihnen bestimmte Zeichen erst dann auf, wenn Sie einmal nicht sofort verstehen, was sie bedeuten?

    Wenn Sie für Ihr Unternehmen eine verständliche Bildsprache oder individuelle grafische Zeichen benötigen, unterstütze ich Sie gern bei der Gestaltung.

    • Was ist ein Piktogramm?

      Ein Piktogramm ist ein vereinfachtes Bildzeichen, das Informationen möglichst schnell und verständlich vermittelt. Typische Beispiele sind Toilettenzeichen, Notausgangsschilder oder Symbole zur Orientierung.

    • Warum sind Piktogramme im Grafikdesign wichtig?

      Sie können Informationen übersichtlich vermitteln und helfen, Inhalte schneller erfassbar zu machen. Besonders in Leitsystemen, auf Verpackungen und in digitalen Anwendungen sind sie deshalb nützlich.

    • Wer war Otl Aicher?

      Otl Aicher war ein deutscher Grafikdesigner, der unter anderem das visuelle Erscheinungsbild der Olympischen Spiele 1972 in München mitentwickelte. Seine Sportpiktogramme prägten die moderne visuelle Kommunikation nachhaltig.



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